Zahlen, die nur einer hat

Lehrstoff · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Arbeitsgericht Bayreuth, 4 Ca 512/27. Severin Kandlbinder war bis August 2026 Außendienstmitarbeiter der Beklagten; vereinbart waren 2,5 Prozent Provision auf den mit seinen Kunden erzielten Nettoumsatz. Er verlangt 10.700,00 EUR für das dritte Quartal 2026 und legt 46 Auftragsbestätigungen vor. Die Beklagte erwidert nur: „Die behaupteten Umsätze werden mit Nichtwissen bestritten.“

  1. Aussage 1 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die dreimonatige Ausschlussfrist des Arbeitsvertrags lief ab der Abrechnung vom Dienstag, dem 6. Oktober 2026; die Geltendmachung vom 7. Januar 2027 hat sie gewahrt.

  2. Aussage 2 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die Beklagte darf die Umsätze mit Nichtwissen bestreiten, weil ihr Geschäftsführer die einzelnen Abschlüsse nicht selbst wahrgenommen hat.

  3. Aussage 3 von 6 · Richtig oder falsch?

    Ein unzulässiges Bestreiten mit Nichtwissen ist überhaupt kein Bestreiten; die Umsätze sind deshalb unstreitig, und über sie wird kein Beweis erhoben.

  4. Aussage 4 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die sekundäre Darlegungslast der Beklagten kehrt die Beweislast für die Umsatzhöhe um; sie muss die geringere Höhe beweisen.

  5. Aussage 5 von 6 · Richtig oder falsch?

    Weil der Kläger 46 Auftragsbestätigungen vorgelegt hat, ist die Voraussetzung erfüllt, an der die Figur sonst scheitert.

  6. Aussage 6 von 6 · Richtig oder falsch?

    Vor dem Arbeitsgericht tritt an die Stelle des § 138 Abs. 4 ZPO die Sonderregel des § 46 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG.

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