Lehrstoff · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen
Bearbeitungstag ist Donnerstag, der 3. Dezember 2026. Kaspar Uhlbrecht führt einen Fliesenlegerbetrieb ohne Angestellte in Ochsenfurt und ist vor dem Landgericht Würzburg auf 34.000,00 EUR verklagt. Ziffer 5 der Klageschrift betrifft einen Zusatzauftrag über 8.500,00 EUR, den der Kläger am 3. April 2026 auf der Baustelle erteilt haben will. Uhlbrecht war dort, erinnert sich aber nicht.
Weil Uhlbrecht sich nicht erinnert, darf er die Zusatzbeauftragung mit Nichtwissen bestreiten; § 138 Abs. 4 ZPO sperrt nur, was die Partei noch weiß.
Ein gleichwohl erklärtes Bestreiten mit Nichtwissen wirkt dann genau wie Schweigen zu dieser Ziffer.
Was Uhlbrecht stattdessen schreibt, ist ein einfaches Bestreiten — mehr schuldet er nicht, weil der Kläger die Beauftragung beweisen muss.
Zu behaupten, er sei am 3. April gar nicht auf der Baustelle gewesen, wäre ihm auch dann verwehrt, wenn der Kläger das Gegenteil nicht beweisen könnte.
Die 8.500,00 EUR sind ein Viertel der Klageforderung; fällt allein diese Position, kostet das die Beklagtenseite 2.034,04 EUR an Kosten zusätzlich zur Hauptsache.
Die Liste der Behauptungen mit ihren Erklärungen wird einmal geschrieben und wandert in alle drei Texte; der Satz, dass Uhlbrecht den Bautagebucheintrag heraussucht, gehört nur in den Brief.
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