Der Aufbau
- Gründer – Errichtung „durch eine oder mehrere Personen“ zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck, § 1 GmbHG (absatzlos)
- Gesellschaftsvertrag – notarielle Form, § 2 I 1 GmbHG; Unterzeichnung durch sämtliche Gesellschafter, § 2 I 2 GmbHG; Bevollmächtigung nur aufgrund notariell errichteter oder beglaubigter Vollmacht, § 2 II 1 GmbHG ⤷ Weiche: Vereinfachtes Verfahren nach § 2 Ia GmbHG? – ja: höchstens drei Gesellschafter und ein Geschäftsführer, Musterprotokoll, § 2 Ia 1, 2 GmbHG / nein: freier Vertragsinhalt im Rahmen der §§ 3, 5 GmbHG. Durchwirkung: Im ersten Ast gilt: „Darüber hinaus dürfen keine vom Gesetz abweichenden Bestimmungen getroffen werden“, § 2 Ia 3 GmbHG; jede abweichende Klausel ist dort kein Auslegungs-, sondern ein Wirksamkeitsproblem.
- Mindestinhalt – Firma und Sitz, Gegenstand des Unternehmens, Betrag des Stammkapitals sowie Zahl und Nennbeträge der Geschäftsanteile, § 3 I Nr. 1 bis 4 GmbHG; Sonderbestimmungen nach § 3 II GmbHG
- Firma und Sitz – Rechtsformzusatz „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ oder eine allgemein verständliche Abkürzung, § 4 GmbHG (absatzlos, zwei Sätze); Sitz ist der Ort im Inland, den der Gesellschaftsvertrag bestimmt, § 4a GmbHG (absatzlos) → S-3.01
- Stammkapital – es „muß mindestens fünfundzwanzigtausend Euro betragen“, § 5 I GmbHG; Nennbeträge auf volle Euro, § 5 II 1 GmbHG; Summe der Nennbeträge gleich dem Stammkapital, § 5 III 2 GmbHG ⤷ Weiche: Erreicht das Stammkapital diesen Betrag? – ja: GmbH / nein: Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) mit dem Firmenzusatz des § 5a I GmbHG. Durchwirkung: Bei der UG tritt § 5a II 1 GmbHG an die Stelle des § 7 II GmbHG – angemeldet werden darf erst bei voller Einzahlung –, Sacheinlagen sind ausgeschlossen (§ 5a II 2 GmbHG), und es ist die Rücklage des § 5a III 1 GmbHG zu bilden.
- Geschäftsführer – mindestens einer, § 6 I GmbHG; natürliche, unbeschränkt geschäftsfähige Person, § 6 II 1 GmbHG; kein Ausschlussgrund nach § 6 II 2 Nr. 1 bis 3 GmbHG; Bestellung im Gesellschaftsvertrag oder nach dem Dritten Abschnitt, § 6 III 2 GmbHG
- Aufbringung vor der Anmeldung ⤷ Weiche: Bar- oder Sacheinlage? – Bareinlage: ein Viertel jedes Nennbetrags, § 7 II 1 GmbHG, und insgesamt die Hälfte des Mindeststammkapitals, § 7 II 2 GmbHG / Sacheinlage: Festsetzung von Gegenstand und Nennbetrag im Gesellschaftsvertrag sowie Sachgründungsbericht, § 5 IV 1, 2 GmbHG, und vollständige Bewirkung zur freien Verfügung der Geschäftsführer vor der Anmeldung, § 7 III GmbHG. Durchwirkung: Nur im zweiten Ast folgen die Prüfung auf nicht unwesentliche Überbewertung (§ 9c I 2 GmbHG) und die Differenzhaftung des § 9 I 1 GmbHG → S-13.05.
- Anmeldung – beim Gericht des Sitzes, § 7 I GmbHG; Anlagen § 8 I Nr. 1 bis 5 GmbHG; Versicherung über die bewirkten Leistungen, § 8 II 1 GmbHG; Versicherung der Geschäftsführer über das Fehlen von Ausschlussgründen, § 8 III 1 GmbHG; Angaben nach § 8 IV Nr. 1, 2 GmbHG
- Registerprüfung – das Gericht lehnt die Eintragung ab, wenn die Gesellschaft nicht ordnungsgemäß errichtet und angemeldet ist, § 9c I 1 GmbHG; Schranke für Vertragsmängel, § 9c II Nr. 1 bis 3 GmbHG
- Eintragung – Inhalt nach § 10 I 1, 2 GmbHG und § 10 II GmbHG
- Rechtsfolge – erst die Eintragung lässt die GmbH als solche entstehen, § 11 I GmbHG → S-13.02. Sie hat dann „selbständig ihre Rechte und Pflichten“, § 13 I GmbHG; für ihre Verbindlichkeiten haftet „nur das Gesellschaftsvermögen“, § 13 II GmbHG; sie „gilt als Handelsgesellschaft im Sinne des Handelsgesetzbuchs“, § 13 III GmbHG, und ist damit Kaufmann nach § 6 I HGB → S-1.01