Lehrstoff · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 7 Aussagen zu beurteilen
Die Gemeinde G hat 14 800 Einwohner; der Gemeinderat besteht aus 24 ehrenamtlichen Mitgliedern und dem ersten Bürgermeister B. Beschlossen wird der Verkauf eines gemeindlichen Grundstücks an eine Kommanditgesellschaft; M1 und M2 sind Kommanditisten dieser Gesellschaft. Beide beraten mit und stimmen mit Ja. Anwesend sind 23 Mitglieder, alle ordnungsgemäß geladen; das Ergebnis lautet 12 Ja-Stimmen, 9 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen. Eine Feststellung nach Art. 49 III GO wird nicht getroffen.
Nach Art. 49 IV GO ist der Beschluss trotz des Verstoßes im Regelfall gültig.
Abstimmende im Sinn des Art. 51 I 1 GO sind hier 23, weil so viele anwesend waren.
Die Mitwirkung von M1 und M2 war für das Abstimmungsergebnis nicht entscheidend.
Wäre ein dritter Kommanditist ebenfalls ausgeschlossen gewesen und hätte mit Ja gestimmt, bliebe es bei der Annahme — 9 zu 9 ist immer noch die Mehrheit der Abstimmenden.
Hätte M1 gegen den angenommenen Antrag gestimmt, wäre seine Mitwirkung nicht entscheidend gewesen.
Weil Art. 51 I 1 GO die Mehrheit der Mitglieder verlangt, wären bei 25 Mitgliedern stets 13 Ja-Stimmen nötig gewesen.
Dass die Mitwirkung nicht entscheidend war, nimmt dem Verstoß gegen Art. 49 I 1 GO nicht seine Existenz.
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