Strafrecht V · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen
Vor der großen Strafkammer steht A. Die Zeugin Z schildert eine Tat zu ihrem Nachteil; Spuren und weitere Zeugen gibt es nicht. Verlesen wird ein Attest über eine Rötung am Unterarm, die nach dem Sachverständigen von jeder Ursache stammen kann. A bestreitet. Der Entwurf: „Die Aussage der Zeugin war in sich schlüssig und widerspruchsfrei; Anhaltspunkte für eine Falschbelastung bestehen nicht.“
Die Konstellation ist erreicht, sobald die Entscheidung allein davon abhängt, welcher von zwei einander widersprechenden Darstellungen das Gericht glaubt.
Weil mit dem Attest ein objektives Beweismittel vorliegt, das die Schilderung der Z stützt, ist die Konstellation nicht gegeben.
Der erste und wichtigste Punkt ist zugleich der billigste: Das Urteil muss zeigen, dass sich das Gericht der besonderen Beweislage bewusst war.
Das Programm besteht aus vier Punkten, und es macht die Beweiswürdigung planmäßig zum Schwerpunkt der Arbeit.
Die Aussageentstehung fragt, wie die Aussage in die Welt gekommen ist, und sie wird mit Daten geschrieben, nicht mit Bewertungen.
Der Entwurfssatz ist blass, aber inhaltlich zutreffend; er trägt die Würdigung deshalb gerade noch.
Dieser Fall steht frei. Was ein Konto hinzufügt, ist der Rhythmus: Eine Aussage, die du nicht getroffen hast, holt dir ALEX nach der Vergessenskurve zurück — mit Sachverhalt und allen Aussagen, so wie er hier steht. Was danebenging, steht abends im Fehlerprotokoll, mit dem Beleg daneben. Kostenlos anmelden oder erst im Strafrecht V weiterlesen.
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