Lehrstoff · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen
Landgericht Ingolstadt, 5 O 340/26. Die Vernehmung zweier Zeugen ist dem Amtsgericht Neuburg an der Donau übertragen; der ersuchte Richter bestimmt Termin auf Montag, den 5. Oktober 2026. Die Terminsbestimmung geht am Dienstag, dem 29. September 2026, formlos zur Post. Der Beklagtenvertreter erscheint nicht; er trägt vor, das Schreiben sei erst am 6. Oktober 2026 eingegangen, und benennt kein Mittel.
Die Parteien dürfen der Beweisaufnahme beiwohnen, müssen es aber nicht; das Fernbleiben ist keine Säumnis.
Weil die Vernehmung übertragen ist, wird die Terminsbestimmung den Parteien ohne besondere Form mitgeteilt, wenn das Gericht nichts anderes anordnet.
Die Mitteilung galt am Samstag, dem 3. Oktober 2026, als bewirkt — obwohl das ein Feiertag war.
Der Vortrag des Beklagtenvertreters, das Schreiben sei erst am 6. Oktober eingegangen, lässt die Fiktion entfallen.
Da der Beklagtenvertreter fehlte, hätte der ersuchte Richter die beiden Zeugen nicht vernehmen dürfen; die Aussagen sind unverwertbar.
Der Beklagte kann auch jetzt noch erreichen, dass die Zeugen ergänzend gehört werden — aber nur auf Antrag und nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt.
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