„Durch den Leihvertrag wird der Verleiher einer Sache verpflichtet, dem Entleiher den Gebrauch der Sache unentgeltlich zu gestatten“ (§ 598 BGB). Nach oben trennt das Entgelt die Leihe von der Miete, nach unten der Rechtsbindungswille die Leihe von der bloßen Gefälligkeit. Dafür zählen die wirtschaftliche Bedeutung der Sache, das erkennbare Interesse des Empfängers und das Risiko, das er eingeht — wer dem Nachbarn den Zollstock reicht, schließt keinen Vertrag; wer ihm für den Nachmittag seine Motorsäge überlässt, in aller Regel schon.
| Gefälligkeit | Leihe | Miete | |
|---|---|---|---|
| Rechtsbindungswille | nein | ja | ja |
| Entgelt | — | keines, § 598 BGB | ja, § 535 II BGB |
| Anspruch auf Überlassung | keiner | § 598 BGB | § 535 I 1 BGB |
| Haftung des Gebers | nur § 823 BGB | Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, § 599 BGB | § 276 BGB, § 536a I BGB |
| Rückgabe | — | § 604 BGB | § 546 I BGB |
| Ersatzansprüche verjähren | § 195 BGB | sechs Monate, § 606 BGB | sechs Monate, § 548 BGB |
Die Rückgabe ist beim Leihvertrag gestuft: nach Ablauf der bestimmten Zeit (§ 604 I BGB), sonst nach Erreichen des Leihzwecks (§ 604 II 1 BGB) und, wenn die Dauer weder bestimmt noch aus dem Zweck zu entnehmen ist, jederzeit auf Verlangen (§ 604 III BGB). Kündigen darf der Verleiher nach § 605 BGB bei unvorhergesehenem Eigenbedarf (Nr. 1), bei vertragswidrigem Gebrauch oder unbefugter Drittüberlassung (Nr. 2, dazu § 603 S. 2 BGB) und beim Tod des Entleihers (Nr. 3).