· Übungsfall aus ALEX – Tutor · 7 Aussagen zu beurteilen
Der Gemeinderat der Gemeinde G hat 21 Mitglieder; 19 sind anwesend. Er beschließt am 9. Juli 2026 einen Bebauungsplan mit 11 Ja-, 7 Nein-Stimmen und einer Enthaltung. P ist Eigentümer eines Grundstücks im Plangebiet, R die Schwester eines Eigentümers dort; beide stimmen mit Ja. W ist einer von 120 Eigentümern im Nachbargebiet mit geänderter Anbindung. Über den Ausschluss entschied der erste Bürgermeister.
P war ausgeschlossen: Sein Grundstück im Plangebiet begründet ein individuelles Sonderinteresse.
R ist ausgeschlossen, obwohl ihr selbst kein Grundstück gehört — Geschwister stehen in der Liste, auf die Art. 49 I 1 GO verweist.
Auch W ist ausgeschlossen, weil die geänderte Verkehrsanbindung sein Grundstück unmittelbar betrifft.
Über den Ausschluss des P und der R durfte der erste Bürgermeister entscheiden, weil er die Sitzung leitet und die Tagesordnung verantwortet.
Weil P und R als Ausgeschlossene mit Ja gestimmt haben, ist der Satzungsbeschluss vom 9. Juli 2026 ungültig und der Bebauungsplan unwirksam.
Die eine Enthaltung bleibt bei der Rechnung außer Betracht, obwohl das Gesetz die Stimmenthaltung ausdrücklich verbietet.
Hätte P nur mitberaten und den Saal vor der Abstimmung verlassen, wäre der Beschluss nach dem Wortlaut des Art. 49 IV GO gültig geblieben.
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