Strafrecht IV · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen
Das Schöffengericht verurteilt A wegen gefährlicher Körperverletzung und tatmehrheitlicher Nötigung. Der Entwurf des Urteils beginnt mit „Eine Geldstrafe scheidet aus“; es folgen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten und eine von acht Monaten, beide „zur Bewährung ausgesetzt“, sodann eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und einem Monat. A saß neun Tage in Untersuchungshaft.
Die Reihenfolge des Rechtsfolgenteils ist keine Gepflogenheit der Praxis; die Normen selbst erzwingen sie.
Dass der Entwurf beide Einzelstrafen aussetzt, ist eine ungenaue Formulierung; der Sache nach ist die Gesamtstrafe ausgesetzt.
Der Eröffnungssatz „Eine Geldstrafe scheidet aus“ steht an der falschen Stelle und begründet nichts.
Die neun Tage Untersuchungshaft muss das Gericht im Tenor ausdrücklich anrechnen; unterbleibt der Ausspruch, wird nicht angerechnet.
Weil die Frage nach einer Maßregel die Feststellungen steuert, darf über sie auch vor der Strafe entschieden werden.
Über die Kosten ist auch ohne Antrag zu entscheiden; der Entwurf ist auch insoweit unvollständig.
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