Der Aufbau
- Mehrere Schuldner gegenüber einem Gläubiger
- Leistungsidentität, § 421 S. 1 BGB
- Jeder ist verpflichtet, die ganze Leistung zu bewirken
- Der Gläubiger ist aber nur berechtigt, sie einmal zu fordern
- Gleichstufigkeit — ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal
- Keine der Verpflichtungen mehrerer Schuldner ist der anderen gegenüber nachrangig
- Jede soll den Gläubiger endgültig befriedigen
- Wer nur vorsorgt oder absichert, steht nicht auf derselben Stufe.
- Auf eine Zweckgemeinschaft der Schuldner kommt es nicht an.
- Entstehungsgründe
- Vertrag
- § 840 I BGB (mehrere für denselben deliktischen Schaden nebeneinander Verantwortliche)
- § 830 I 1, 2 BGB (Mittäter und ungeklärter Verursachungsbeitrag)
- Außenverhältnis, § 421 S. 1 BGB
- Der Gläubiger fordert nach seinem Belieben von jedem Schuldner ganz oder zum Teil
- Nach S. 2 bleiben bis zur Bewirkung der ganzen Leistung sämtliche Schuldner verpflichtet
- Wirkung einzelner Tatsachen
- Gesamtwirkung
- § 422 I 1 BGB (Erfüllung)
- § 422 I 2 BGB (Leistung an Erfüllungs statt, Hinterlegung, Aufrechnung)
- § 423 BGB (Erlass, wenn die Vertragschließenden das ganze Schuldverhältnis aufheben wollten)
- § 424 BGB (Gläubigerverzug)
- Einzelwirkung, § 425 I BGB
- Alle übrigen Tatsachen, soweit sich aus dem Schuldverhältnis nichts anderes ergibt
- § 425 II BGB nennt als Einzelwirkung:
- Kündigung, Verzug, Verschulden
- Unmöglichkeit in der Person eines Gesamtschuldners
- Verjährung samt Neubeginn, Hemmung und Ablaufhemmung
- Konfusion
- das rechtskräftige Urteil
- Eine einem Gesamtschuldner zustehende Forderung kann nicht von den übrigen Schuldnern aufgerechnet werden
- Rechtsfolge
- Jeder Schuldner wird auf das Ganze verurteilt
- Wie sich die Last verteilt, ist allein Frage des Innenverhältnisses → S-9.02