Der Schluss des Briefes steht ausgeschrieben, weil er in der Klausur unter Zeitdruck geschrieben wird und weil an ihm die meisten Punkte hängen.
Meine Empfehlung. Ich empfehle Ihnen, das Vergleichsangebot der Gegenseite über 16.000,00 EUR abzulehnen und ein Gegenangebot über 20.000,00 EUR zu unterbreiten.
Warum. Ihre Aussichten im Prozess schätze ich auf etwa 75 Prozent. Bei einem Streitwert von 24.000,00 EUR steht dem ein Kostenrisiko von rund 6.870,00 EUR gegenüber, das Sie im Unterliegensfall zusätzlich zur eigenen Forderung verlieren. Ein Vergleich über 20.000,00 EUR bringt Ihnen sicher mehr, als der wahrscheinliche Prozessausgang nach Abzug des Risikos wert ist, und er beendet die Sache in diesem Jahr.
Die Alternative. Lehnen Sie auch mein Gegenangebot ab und lassen es auf das Urteil ankommen, rechne ich mit einer Beweisaufnahme über den Zustand der Anlage. Das verlängert das Verfahren um etwa sechs Monate und erhöht die Gerichtskosten um den Sachverständigenvorschuss, den ich auf 2.500,00 EUR schätze und den Sie zunächst einzahlen müssten.
Was ich von Ihnen brauche. Bitte teilen Sie mir bis Montag, 28. September 2026, mit, ob ich das Gegenangebot unterbreiten soll. Erhalte ich bis dahin keine Nachricht, werde ich das Angebot der Gegenseite fristgemäß ablehnen und den Rechtsstreit fortführen; Ihnen entstehen dadurch die oben genannten weiteren Kosten.
Die vier Bestandteile
Empfehlung ohne Konjunktiv · Begründung mit zwei Zahlen · Alternative mit ihrem Preis · Aufforderung mit Datum und Folge des Schweigens. Fehlt einer, ist der Schluss unvollständig; fehlen zwei, war der Brief umsonst.
Die Zwischenüberschriften machen die vier Bestandteile im Bewertungsbogen auffindbar.
Der häufigste Fehler ist die vierte Zeile
„Bitte um kurzfristige Rückäußerung“ ist keine Frist: Sie hat kein Datum und keine Folge. Und die Folge ist der Teil, der den Mandanten bewegt.