Schon bei der Hypothek stimmt der Satz nicht: Zahlt der Eigentümer, erwirbt er sie (§ 1143 I 1, § 1163 I 2 BGB). Bei der Grundschuld stimmt er erst recht nicht — und die erste Frage lautet nicht, ob gezahlt wurde, sondern worauf.
Zahlt der Eigentümer auf die Forderung, erlischt sie nach § 362 I BGB. Die Grundschuld bleibt, wo sie ist; sie sichert nur nichts mehr, und der Eigentümer bekommt Einrede und Rückgewähranspruch. Zahlt er auf die Grundschuld, geht sie analog § 1143 I 1 BGB auf ihn über — unmittelbar gilt die Vorschrift nicht, weil sie den Übergang der Forderung anordnet und damit unter den Filter des § 1192 I BGB fällt; die Analogie schließt eine planwidrige Lücke, denn ohne sie stünde der zahlende Eigentümer schlechter als bei der Hypothek. Es entsteht eine Eigentümergrundschuld, aus der er nach § 1197 I BGB nicht gegen sich selbst vollstrecken kann. Die gesicherte Forderung geht dabei nicht mit über; wer als Eigentümer für einen fremden Schuldner zahlt, kann ihre Abtretung aber regelmäßig aus dem Sicherungsvertrag verlangen und so beim Schuldner Rückgriff nehmen.
Fehlt eine ausdrückliche Tilgungsbestimmung, wird ausgelegt (§§ 133, 157 BGB); bei mehreren Verbindlichkeiten hilft § 366 I BGB entsprechend. Ist der Eigentümer zugleich persönlicher Schuldner, zahlt er im Zweifel auf die Forderung; ein Eigentümer, der nicht persönlicher Schuldner ist, zahlt im Zweifel auf die Grundschuld — er will sein Grundstück freibekommen, nicht eine fremde Schuld tilgen.
Wird der Gläubiger aus dem Grundstück befriedigt, gilt keiner dieser Wege: §§ 1192 I, 1181 I BGB lassen das Recht erlöschen, und die nachrangigen Gläubiger rücken auf.