Der Grundsatz heißt Formfreiheit: Ein Vertrag kommt durch zwei Erklärungen zustande, in welcher Gestalt auch immer. Formzwang ist die Ausnahme und braucht eine Norm. Wo es sie gibt, ordnet § 125 S. 1 BGB die Nichtigkeit an — ohne Verschulden, von selbst, soweit keine Sondervorschrift etwas anderes bestimmt.
| Textform | Schriftform | elektronische Form | notarielle Beurkundung | |
|---|---|---|---|---|
| Norm | § 126b BGB | § 126 BGB | § 126a BGB | § 128 BGB |
| Verlangt | lesbare Erklärung mit Namensnennung auf dauerhaftem Datenträger | eigenhändige Namensunterschrift auf der Urkunde | Dokument mit qualifizierter elektronischer Signatur | Erklärung vor dem Notar, von ihm beurkundet |
| Leistet | Dokumentation | Warnung und Beweis | Warnung und Beweis | Warnung, Beweis und Beratung |
| Typisch für | Erklärungen im Dauerschuldverhältnis | § 766 S. 1 BGB (Bürgschaft) | ersetzt die Schriftform, § 126 III BGB | § 311b I 1 BGB (Grundstück) |
Drei Verzahnungen musst du kennen. Bei einem Vertrag verlangt § 126 II 1 BGB die Unterschriften beider auf derselben Urkunde; gleichlautende Doppelstücke genügen, wenn jede Seite das für die andere bestimmte Exemplar unterschreibt (§ 126 II 2 BGB). Die notarielle Beurkundung ersetzt die Schriftform (§ 126 V BGB).
Zwischen Schriftform und Beurkundung steht die öffentliche Beglaubigung (§ 129 BGB): Der Notar bestätigt nur, dass die Unterschrift vom Erklärenden stammt; den Inhalt beurkundet er nicht. Auch sie wird durch die notarielle Beurkundung ersetzt (§ 129 IV BGB).