| Weisung | Änderungskündigung | |
|---|---|---|
| Grundlage | § 106 S. 1 GewO | § 2 S. 1 KSchG iVm § 1 KSchG |
| Reichweite | Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung, soweit nicht vertraglich festgelegt | Änderung des Vertrags selbst |
| Maßstab | billiges Ermessen, § 106 S. 1 GewO iVm § 315 BGB | soziale Rechtfertigung der Änderung, § 2 S. 1 KSchG |
| Reaktion | befolgen oder gerichtlich klären lassen | annehmen · unter Vorbehalt annehmen · ablehnen |
| Frist | keine | Vorbehalt innerhalb der Kündigungsfrist, spätestens drei Wochen nach Zugang, § 2 S. 2 KSchG |
| Klage | allgemeine Feststellungsklage | Änderungsschutzklage, § 4 S. 2 KSchG |
| Erfolg | Weisung unverbindlich | § 8 KSchG: die Änderungskündigung gilt „als von Anfang an rechtsunwirksam“ |
Die Reihenfolge ist zwingend: Was der Arbeitgeber anweisen kann, darf er nicht kündigen. Eine Änderungskündigung, deren Ziel schon vom Weisungsrecht gedeckt ist, ist als milderes Mittel nicht erforderlich – sie ist dann schlicht überflüssig (BAG, Urt. v. 19.07.2012 – 2 AZR 25/11).
§ 2 KSchG und § 8 KSchG sind absatzlos; § 8 KSchG hat dazu nur einen Satz. „§ 2 I KSchG“ und „§ 8 I KSchG“ gibt es nicht.