| Ausschlussfrist | Freiwilligkeitsvorbehalt | Stichtagsklausel | Vertragsstrafe | |
|---|---|---|---|---|
| will erreichen | Ansprüche verfallen zu lassen | jede Bindung für die Zukunft auszuschließen | die Sonderzahlung vom Bestand am Stichtag abhängig zu machen | die Arbeitsleistung zu erzwingen |
| Maßstab | § 307 I 1, 2 BGB · § 3 S. 1 MiLoG · § 202 I BGB | § 307 I 1, II BGB | § 307 I 1 BGB | § 309 Nr. 6 BGB iVm § 310 IV 2 BGB |
| Kippunkt | zu kurz, zu weit oder intransparent | er erfasst alle künftigen Leistungen | die Zahlung ist (auch) Gegenleistung für geleistete Arbeit | Höhe und Anlass sind unangemessen |
| Beleg | 18.9.2018 – 9 AZR 162/18 · 26.11.2020 – 8 AZR 58/20 | 14.9.2011 – 10 AZR 526/10 | 13.11.2013 – 10 AZR 848/12 | – |
Die Vertragsstrafe ist der Fall, an dem man § 310 IV 2 BGB üben kann. § 309 Nr. 6 BGB verbietet Vertragsstrafen in AGB ausnahmslos. Im Arbeitsvertrag bleibt sie gleichwohl möglich, weil die Zwangsvollstreckung zur Arbeitsleistung nach § 888 III ZPO ausgeschlossen ist und dem Arbeitgeber sonst kein Druckmittel bliebe. Das ist eine der „im Arbeitsrecht geltenden Besonderheiten“ des § 310 IV 2 BGB – die Klausel muss dann aber der Höhe nach angemessen sein und darf nicht gegen § 307 I BGB verstoßen.