Urteilsberichtigung und Tatbestandsberichtigung (§§ 118, 119 VwGO)

Öffentliches Recht III · Die verwaltungsgerichtliche Urteilsklausur · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Das Urteil wird K am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, zugestellt. Im Tenor steht „Bescheid des Landratsamts vom 12. März 2026“; in den Gründen und in der Akte ist durchgehend vom 12. Mai 2026 die Rede. Eine Kostenziffer fehlt ganz. Außerdem gibt der Tatbestand einen schriftsätzlichen Vortrag des K zur Unwirksamkeit der Satzung nicht wieder.

  1. Aussage 1 von 6 · Richtig oder falsch?

    Das falsche Datum im Tenor wird berichtigt, und zwar jederzeit, von Amts wegen und ohne dass jemand einen Antrag stellen müsste.

  2. Aussage 2 von 6 · Richtig oder falsch?

    Berichtigt wird durch Beschluss, und der Beschluss wird auf dem Urteil und den Ausfertigungen vermerkt.

  3. Aussage 3 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die fehlende Kostenziffer ist ebenfalls eine offenbare Unrichtigkeit und wird nach § 118 VwGO berichtigt.

  4. Aussage 4 von 6 · Richtig oder falsch?

    Für den fehlenden Vortrag im Tatbestand gibt es einen eigenen Weg mit eigener Frist und eigener Besetzung.

  5. Aussage 5 von 6 · Richtig oder falsch?

    Für Beschlüsse gelten die §§ 118 bis 120 VwGO entsprechend, § 117 VwGO dagegen nicht — ein Beschluss hat deshalb keinen Tatbestand.

  6. Aussage 6 von 6 · Richtig oder falsch?

    Weil das Urteil den Vortrag des K auch in den Entscheidungsgründen übergeht, hilft ihm daneben die Anhörungsrüge nach § 152a VwGO.

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