Erbrecht · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen
Der Zahnarzt Bodo Rennekamp stirbt im Februar 2026 und hinterlässt seine Ehefrau Grit (½) sowie die Töchter Aurelia und Sanne (je ¼). Zum Nachlass gehört ein Darlehen über 18.500 €, das Rennekamp seinem Studienfreund Ulf Kadereit gewährt hatte; die Rückzahlung war zum 31. März 2026 fällig, doch Kadereit zahlt nicht. Grit ist gesundheitlich angeschlagen und will nichts unternehmen, Sanne lebt im Ausland und meldet sich nicht. Aurelia will klagen.
Die Darlehensrückzahlungsforderung gegen Kadereit gehört zum Nachlass und steht damit den drei Erbinnen gemeinschaftlich zu.
Aurelia kann nur zusammen mit Grit und Sanne klagen, weil ein Nachlassanspruch nur von allen Miterben gemeinsam geltend gemacht werden darf.
Der Klageantrag muss auf Zahlung an alle Erben, also an die ungeteilte Erbengemeinschaft, gerichtet sein.
Die Prozessführungsbefugnis Aurelias ist eine Frage der Begründetheit und wird nur auf Rüge des Beklagten geprüft.
Wenn Aurelia befürchtet, dass die blockierende Miterbin die Auszahlung verhindert, kann sie statt Zahlung auch Hinterlegung für alle Erben verlangen.
Da Kadereit seit dem 1. April 2026 in Verzug ist, kann Aurelia Verzugszinsen von neun Prozentpunkten über dem Basiszinssatz verlangen.
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