Lehrstoff · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 7 Aussagen zu beurteilen
Die Gemeinde G hat zwei Entwürfe: Der erste regelt die Benutzung des Wertstoffhofs. Der zweite verbietet das Betreten der Eisflächen „der gemeindlichen Weiher“ mit Geldbuße; ein Verzeichnis fehlt, die Rechtsgrundlage auch. Bei Frostgefahr erlässt ihn der erste Bürgermeister B allein, ohne Kenntnisgabe an den Gemeinderat. § 5 setzt das Inkrafttreten auf den 1. Juli 2026, § 6 die Geltungsdauer auf 25 Jahre.
Ob die Regelung eine Satzung oder eine Verordnung wird, entscheidet ihre Ermächtigungsgrundlage, nicht ihr Name.
Der Erlass gemeindlicher Verordnungen gehört zum übertragenen Wirkungskreis — und die Vorschrift stellt das unter einen Vorbehalt.
Weil B dem Gemeinderat keine Kenntnis gegeben hat, ist die dringliche Verordnung unwirksam.
Dass der zweite Entwurf seine Rechtsgrundlage nicht nennt, macht ihn nicht unwirksam — obwohl das Zitiergebot hier weiter reicht als bei der Satzung.
Die Geltungsdauer von 25 Jahren ist unwirksam; an ihre Stelle tritt die gesetzliche Höchstdauer, so dass die Verordnung mit Ablauf des 1. Juli 2046 außer Kraft tritt.
„Die gemeindlichen Weiher“ genügt als räumlicher Geltungsbereich, weil im Ort niemand im Zweifel ist, welche gemeint sind.
Gegen die Verordnung hat die Rechtsaufsichtsbehörde ein Mittel, das ihr gegen die Satzung nicht zusteht.
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