Die zweite Geschichte der Zeugin

Strafrecht III · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 7 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Vor dem Schöffengericht steht A wegen Betruges: Er soll Z am 12. Januar 2026 eine Kapitalanlage verkauft und 6.000 Euro vereinnahmt haben, ohne etwas anzulegen. In der Verhandlung berichtet Z beiläufig, A habe ihr am 7. April 2026 bei einem Besuch 500 Euro aus der Geldbörse genommen. A räumt das ein. Sitzungsvertreter St will den Vorgang sofort miterledigen.

  1. Aussage 1 von 7 · Richtig oder falsch?

    Der Vorgang vom 7. April ist eine andere prozessuale Tat; ein Hinweis nach § 265 StPO trägt ihn nicht.

  2. Aussage 2 von 7 · Richtig oder falsch?

    Der Weg ist die Nachtragsanklage: Erstreckung, Zuständigkeit, Zustimmung — und dann kann das Gericht einbeziehen.

  3. Aussage 3 von 7 · Richtig oder falsch?

    Die Nachtragsanklage muss schriftlich eingereicht werden, weil ihr Inhalt dem § 200 I StPO entspricht.

  4. Aussage 4 von 7 · Richtig oder falsch?

    Der Vortrag des Sitzungsvertreters muss so gefasst sein, dass er ohne Änderung in eine Anklageschrift passen würde.

  5. Aussage 5 von 7 · Richtig oder falsch?

    Die Zustimmung kann der Verteidiger ohne Weiteres für den anwesenden Angeklagten erklären.

  6. Aussage 6 von 7 · Richtig oder falsch?

    Erst der Beschluss macht die nachgetragene Tat zum Gegenstand des Verfahrens; er wird verkündet und protokolliert.

  7. Aussage 7 von 7 · Richtig oder falsch?

    Weil A zugestimmt hat, kann er nun die Aussetzung verlangen, um sich auf den neuen Vorwurf vorzubereiten.

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