Der Gerichtsbescheid und seine fünf Nummern

Öffentliches Recht IV · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 7 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Die Kammer will über die Klage der A gegen einen Kostenbescheid über 1 840 Euro ohne mündliche Verhandlung entscheiden; der Sachverhalt ist unstreitig, die Rechtsfrage geklärt. Sie schreibt den Beteiligten: „Es ist beabsichtigt, ohne mündliche Verhandlung zu entscheiden. Besteht Einverständnis?“ Der Gerichtsbescheid wird A am Dienstag, dem 3. März 2026 zugestellt; die Berufung ist nicht zugelassen.

  1. Aussage 1 von 7 · Richtig oder falsch?

    § 84 I 1 VwGO verlangt zwei Voraussetzungen, und sie sind mit „und“ verbunden.

  2. Aussage 2 von 7 · Richtig oder falsch?

    Das Schreiben der Kammer erfüllt die Anhörung nach § 84 I 2 VwGO, weil es die Entscheidung ohne mündliche Verhandlung ankündigt.

  3. Aussage 3 von 7 · Richtig oder falsch?

    Der Gerichtsbescheid wird gebaut wie ein Urteil, und trotzdem wirken keine ehrenamtlichen Richter mit.

  4. Aussage 4 von 7 · Richtig oder falsch?

    A hat die Wahl zwischen Zulassungsantrag und mündlicher Verhandlung — und derselbe Halbsatz steht ein zweites Mal im Gesetz.

  5. Aussage 5 von 7 · Richtig oder falsch?

    Die Monatsfrist des § 84 II VwGO endet hier erst mit Ablauf des Dienstags, des 7. April 2026.

  6. Aussage 6 von 7 · Richtig oder falsch?

    Wählt A den Zulassungsantrag, muss er die Zulassungsgründe innerhalb derselben Monatsfrist darlegen.

  7. Aussage 7 von 7 · Richtig oder falsch?

    Der rechtzeitige Antrag auf mündliche Verhandlung hebt den Gerichtsbescheid nicht auf, sondern lässt ihn rückwirkend entfallen.

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