| Mahnbescheid | Vollstreckungsbescheid | |
|---|---|---|
| Voraussetzung | Anspruch auf Zahlung einer bestimmten Geldsumme in Euro, § 688 I ZPO | kein rechtzeitiger Widerspruch, § 699 I 1 ZPO |
| Prüfung | keine – das Gericht weist darauf sogar hin, § 692 I Nr. 2 ZPO | keine |
| Rechtsbehelf | Widerspruch, § 694 I ZPO – möglich, solange der Vollstreckungsbescheid nicht verfügt ist | Einspruch, § 700 I ZPO iVm §§ 338 ff. ZPO – Notfrist von zwei Wochen, § 339 I ZPO |
| Folge | streitiges Verfahren auf Antrag, § 696 I 1 ZPO · Anspruchsbegründung nach § 697 I ZPO | Abgabe von Amts wegen, § 700 III 1 ZPO · Anspruchsbegründung nach § 700 IV ZPO |
| Titel? | nein | ja – er steht einem für vorläufig vollstreckbar erklärten Versäumnisurteil gleich, § 700 I ZPO |
Ausschließlich zuständig ist das Amtsgericht des allgemeinen Gerichtsstands des Antragstellers (§ 689 II 1 ZPO) – eine der wenigen Zuständigkeiten, die der Kläger mitbringt statt sie zu wählen. Ein verspäteter Widerspruch wird als Einspruch behandelt, § 694 II 1 ZPO.
Der Mahnbescheid hemmt die Verjährung, aber nicht um jeden Preis. Wer entgegen § 688 II Nr. 2 ZPO einen von einer Gegenleistung abhängigen Anspruch geltend macht und dazu entgegen § 690 I Nr. 4 ZPO bewusst falsche Angaben macht, missbraucht das Verfahren. Ihm ist es nach § 242 BGB verwehrt, sich auf die Hemmung zu berufen (BGH, Urt. v. 16.7.2015 – III ZR 238/14).