Rechtsschutz gegen die Beitreibung einer Geldforderung (Art. 25–27 VwZVG)

Öffentliches Recht II · Lehrstoff aus ALEX – Tutor · 2 Übungsfragen dazu

Die Entscheidung

Am Ende jeder Zwangsgeldkette steht die Beitreibung — und dort verlässt der Rechtsschutz die Verwaltungsgerichtsbarkeit teilweise. Wer beitreibt, entscheidet über Gericht und Rechtsbehelf. Es gibt drei Gruppen mit je eigenem Weg.

Kriterien

StaatGemeinden, Landkreise, Bezirkesonstige jur. Personen d. ö. R.
VollstreckungsbehördeFinanzämter, Art. 25 I VwZVGdie Körperschaft selbst oder das AmtsgerichtArt. 27 I 1 VwZVG mit Art. 26
VerfahrensrechtAbgabenordnung, Art. 25 II 1 VwZVGAchtes Buch der ZPO, Art. 26 VII 1 VwZVGwie Gemeinden, Art. 27 I 1
RechtswegFinanzgerichtsordnung, Art. 25 II 2 VwZVGgeteiltgeteilt
Bei Maßnahmen des Gerichtsvollziehers—ZPO, Art. 26 VII 2 VwZVGZPO
Bei eigenen Maßnahmen der Körperschaft—Verwaltungsgericht, Art. 26 VII 3 VwZVGVerwaltungsgericht
Grenze der Befugnis——keine Vermögensauskunft, keine Pfändung, Art. 27 I 2
  • Art. 25 II 2 VwZVG wird leicht übersehen
    Er eröffnet gegen die Vollstreckungsmaßnahmen des Finanzamts den Finanzrechtsweg, „soweit nicht ein anderer Rechtsweg ausdrücklich gegeben ist“. § 33 I Nr. 2 FGO sieht denselben Rechtsweg für Streitigkeiten über die Vollziehung von Verwaltungsakten außerhalb der Abgabenangelegenheiten vor, soweit Landesfinanzbehörden sie nach der Abgabenordnung vollziehen; für das Verfahren der Finanzämter erklärt Art. 25 II 1 VwZVG die Abgabenordnung für entsprechend anwendbar. Das gilt deshalb auch für ein Zwangsgeld aus einer sicherheitsrechtlichen Anordnung: Die Zuweisung knüpft an die vollstreckende Behörde an, nicht an die Art der Forderung.
  • Art. 26 VII 3 VwZVG ist die Ausnahme mit dem größten Anwendungsbereich
    Vollstreckt die Gemeinde selbst, unterliegen die Rechtsbehelfe „der verwaltungsgerichtlichen Entscheidung“; nur wo Gerichtsvollzieher oder Vollstreckungsgericht handeln, gilt nach S. 2 die ZPO. Vollstreckungsgericht ist nach Art. 20 Nr. 3 VwZVG das ersuchte Amtsgericht.
  • Der Titel bleibt der Verwaltungsgerichtsbarkeit
    Der Streit über den Leistungsbescheid und über die Voraussetzungen des Art. 23 VwZVG gehört stets vor das Verwaltungsgericht; die Abgrenzung betrifft nur die Vollstreckungshandlung.

Die Gegenprobe

Klagst du gegen eine Pfändung, die die Gemeinde selbst vorgenommen hat, vor dem Amtsgericht, bist du falsch — Art. 26 VII 3 VwZVG weist das dem Verwaltungsgericht zu. Rügst du umgekehrt vor dem Verwaltungsgericht eine Pfändung des Gerichtsvollziehers, verweist § 17a II 1 GVG.

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