Ein Streit gehört in die Klausur, wenn die Ansichten zu verschiedenen Ergebnissen führen. Dann musst du entscheiden, und auf die Entscheidung kommt es an, nicht auf die Darstellung.
Führen beide Wege zum selben Ergebnis, entscheidest du nicht. Du zeigst in einem Satz, dass es nicht darauf ankommt, und gehst weiter.
Beides falsch zu machen kostet gleich viel
Wer entscheiden müsste und nur referiert, lässt die Klausur ohne Ergebnis stehen. Wer nicht entscheiden müsste und trotzdem seitenlang streitet, verliert die Zeit am Schwerpunkt.
Woran du es erkennst: Rechne beide Wege bis zum Ergebnis durch — in der Gliederung, nicht im Reinschrift-Text. Kommt zweimal dasselbe heraus, ist die Sache erledigt.
Beide Fehler stehen in den Korrekturhinweisen dieses Werks, und sie zeigen in entgegengesetzte Richtungen.
Referiert, obwohl es darauf ankam — „Der Röster aus Marienheide“:
Ebenso häufig wird die Kollision referiert und nicht entschieden, obwohl die Wege zu 3.900 und zu 42.000 Euro führen.
Entschieden, ohne zu zeigen, dass es nicht darauf ankam — „Das Kettenkarussell ohne Beschluss“:
der Streit über die Rechtsfolge wird entschieden, ohne dass gezeigt wird, dass die Entscheidung nichts ändert.
Der zweite Fall ist der unauffälligere: Die Arbeit sieht gründlich aus. Sie beantwortet nur eine Frage, die der Fall nicht stellt — und der Korrektor sieht, dass die Erheblichkeit nicht geprüft wurde.