Zwanzig Monate, fünfzehn Monate, und keiner davon im Urteil

Strafrecht IV · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 7 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Die große Strafkammer verurteilt A am 30. September 2026 wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. A saß sieben Monate in Untersuchungshaft; die Anrechnung ist nicht versagt. Der Verteidiger beantragt, „die Strafe zur Hälfte auszusetzen“. A hat noch nie eine Freiheitsstrafe verbüßt und fragt, wann er entlassen werde.

  1. Aussage 1 von 7 · Richtig oder falsch?

    Über eine Aussetzung ist hier von vornherein nicht zu entscheiden, gleichgültig wie die Prognose ausfällt.

  2. Aussage 2 von 7 · Richtig oder falsch?

    Der Antrag des Verteidigers scheiterte auch dann, wenn die Strafe zwei Jahre nicht überstiege.

  3. Aussage 3 von 7 · Richtig oder falsch?

    Läge die Gesamtstrafe bei einem Jahr und neun Monaten, wäre die Aussetzung wegen der sieben angerechneten Monate ausgeschlossen.

  4. Aussage 4 von 7 · Richtig oder falsch?

    Zulässig wäre es, die Gesamtstrafe so zu bemessen, dass sie nach Abzug der Haftzeit aussetzungsfähig bleibt.

  5. Aussage 5 von 7 · Richtig oder falsch?

    Ob A nach zwei Dritteln entlassen wird, hängt auch von ihm selbst ab; die Haftzeit zählt dabei mit.

  6. Aussage 6 von 7 · Richtig oder falsch?

    Nach der Hälfte kommt A über § 57 II Nr. 1 StGB in Betracht, weil er erstmals eine Freiheitsstrafe verbüßt.

  7. Aussage 7 von 7 · Richtig oder falsch?

    Bei lebenslanger Freiheitsstrafe bestimmt das Vollstreckungsgericht die Bewährungszeit nach denselben Regeln wie sonst.

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