Vernehmungspflicht bei geladenen Zeugen (§ 245 StPO)

Strafrecht III · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Vor dem Schöffengericht wird gegen A wegen Betruges verhandelt. Das Gericht hat vier Zeugen geladen; alle sind erschienen. Nach zwei Vernehmungen hält R die Sache für geklärt und will die übrigen entlassen; St widerspricht. A hat über einen Gerichtsvollzieher den Zeugen Z geladen und ihm dabei die gesetzliche Entschädigung bar angeboten; Z ist erschienen und soll die Arbeiten selbst ausgeführt haben.

  1. Aussage 1 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die vier geladenen und erschienenen Zeugen sind zu vernehmen, ohne dass jemand einen Beweisantrag stellen müsste.

  2. Aussage 2 von 6 · Richtig oder falsch?

    Weil R die Sache für geklärt hält und A und sein Verteidiger nichts einwenden, dürfen die beiden übrigen Zeugen unvernommen entlassen werden.

  3. Aussage 3 von 6 · Richtig oder falsch?

    Für Z liegt der Maßstab in § 245 II StPO — dort muss allerdings ein Beweisantrag gestellt werden.

  4. Aussage 4 von 6 · Richtig oder falsch?

    Hält die Kammer die Aussage des Z für bedeutungslos, weil sie der Sachbearbeiterin ohnehin glaubt, darf sie den Antrag aus diesem Grund ablehnen.

  5. Aussage 5 von 6 · Richtig oder falsch?

    Hätte statt A sein Verteidiger geladen, wäre die Ladung unwirksam, weil ihm dafür eine besondere Vertretungsvollmacht fehlt.

  6. Aussage 6 von 6 · Richtig oder falsch?

    Ein geladener, aber nicht erschienener Zeuge fällt aus § 245 StPO heraus; für ihn bleibt allein § 244 II StPO.

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