Umfang der Auskunftspflicht des Erbschaftsbesitzers (§ 2027 BGB)

Erbrecht · Materielles Erbrecht & Erbprozess · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Elfriede Grasmück stirbt am 19. Januar 2026. Ihr Neffe Ronny Pflugbeil berief sich auf ein Testament, räumte die Wohnung, löste zwei Konten auf und verkaufte Möbel; das Testament wurde später für unwirksam erklärt. Rechtskräftig feststeht: Erben sind ihr Sohn Torsten und ein weiterer Sohn. Torsten weiß nicht, was im Nachlass war und wo es geblieben ist.

  1. Aussage 1 von 6 · Richtig oder falsch?

    Ronny ist Erbschaftsbesitzer, weil er aufgrund eines in Wirklichkeit nicht bestehenden Erbrechts etwas aus der Erbschaft erlangt hat.

  2. Aussage 2 von 6 · Richtig oder falsch?

    Der Auskunftsanspruch aus § 2027 I BGB umfasst nur den Bestand der Erbschaft, nicht den Verbleib der Erbschaftsgegenstände.

  3. Aussage 3 von 6 · Richtig oder falsch?

    Torsten kann Auskunft und den erst danach bezifferbaren Zahlungsanspruch in einer Stufenklage verbinden.

  4. Aussage 4 von 6 · Richtig oder falsch?

    Als Miterbe muss Torsten Zahlung an sich selbst verlangen, weil er nur seinen Erbteil einklagen darf.

  5. Aussage 5 von 6 · Richtig oder falsch?

    Erteilt Ronny die Auskunft trotz Verurteilung nicht, wird nach § 888 ZPO durch Zwangsgeld vollstreckt.

  6. Aussage 6 von 6 · Richtig oder falsch?

    Torsten könnte die Aufklärung über den Verbleib einfacher beim Nachlassgericht erreichen, das den Erbschaftsbesitzer zur Auskunft verpflichtet.

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