Erbrecht · Materielles Erbrecht & Erbprozess · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 5 Aussagen zu beurteilen
Rosalie Bickenbach vermacht ihrem Neffen Lennart ein verpachtetes Ackergrundstück. Zwischen dem Erbfall am 03.02.2026 und der Auflassung am 19.11.2026 vereinnahmt der Alleinerbe 7.200 € Pachtzins; er zahlt 480 € Grundsteuer, 610 € Gebäudeversicherung und lässt für 3.900 € eine einsturzgefährdete Feldscheune abtragen. Lennart verlangt das Grundstück und den Pachtzins, der Erbe hält dagegen.
Der Erbe muss Lennart die 7.200 € Pachtzins herausgeben, die seit dem Erbfall angefallen sind.
Für Nutzungen, die keine Früchte sind – etwa den eigenen Gebrauchsvorteil –, müsste der Erbe ebenfalls Wertersatz leisten.
Grundsteuer, Gebäudeversicherung und die Abbruchkosten der einsturzgefährdeten Scheune kann der Erbe als Aufwendungen ersetzt verlangen.
Weil dem Erben Gegenansprüche von 4.990 € zustehen, ist Lennarts Klage auf Herausgabe abzuweisen.
Aus dem Zug-um-Zug-Urteil ersetzt § 894 ZPO die Auflassungserklärung erst, wenn eine vollstreckbare Ausfertigung erteilt ist.
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