Auslegung des Abkömmlingsbegriffs bei Annahme als Kind (§ 2066 BGB)

Erbrecht · Materielles Erbrecht & Erbprozess · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Gundula Sperber schreibt eigenhändig: „Erben sollen meine Abkömmlinge zu gleichen Teilen sein.“ Sie hinterlässt ihren leiblichen Sohn Ansgar und ihre Tochter Runa, die sie mit ihrem verstorbenen Ehemann im Alter von fünf Jahren angenommen hat. Nach dem Erbfall im Mai 2026 meint Ansgar, gemeint seien nur leibliche Kinder, weil die Mutter über die Adoption nie gesprochen habe. Weitere Umstände trägt er nicht vor.

  1. Aussage 1 von 6 · Richtig oder falsch?

    Runa hat durch die Annahme als Kind eines Ehepaares die rechtliche Stellung eines gemeinschaftlichen Kindes der Ehegatten erlangt.

  2. Aussage 2 von 6 · Richtig oder falsch?

    Erbrechtlich ist Runa trotz der Adoption keine Abkömmlingin der Gundula Sperber.

  3. Aussage 3 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die Auslegungsregeln der §§ 2066 ff. BGB greifen nur, soweit sich kein abweichender Wille der Erblasserin feststellen lässt.

  4. Aussage 4 von 6 · Richtig oder falsch?

    Allein weil Gundula die Adoption im Testament nicht erwähnt hat, ist die Einsetzung der „Abkömmlinge“ auf leibliche Kinder zu beschränken.

  5. Aussage 5 von 6 · Richtig oder falsch?

    Ansgar und Runa sind Erben zu je ein Halb geworden.

  6. Aussage 6 von 6 · Richtig oder falsch?

    Für den gemeinschaftlichen Erbschein muss stets nur ein einziger Miterbe die eidesstattliche Versicherung abgeben.

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