Antragsbindung und Tenorbezeichnung bei der Anfechtungsklage (§ 88 VwGO)

Öffentliches Recht III · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Das Landratsamt untersagt K mit Bescheid vom 4. Mai 2026 die Nutzung einer Halle (Nr. 1), droht ein Zwangsgeld an (Nr. 2) und setzt eine Gebühr fest (Nr. 3). K beantragt, „den Bescheid aufzuheben“. Die Kammer hält nur Nummer 2 für rechtswidrig. In einem zweiten Verfahren zieht die Gemeinde K zu einem Herstellungsbeitrag von 12.000 Euro heran; rechtmäßig sind davon 9.000 Euro.

  1. Aussage 1 von 6 · Richtig oder falsch?

    Streitgegenstand der Anfechtungsklage ist die Behauptung, der bezeichnete Verwaltungsakt sei rechtswidrig und verletze den Kläger in seinen Rechten.

  2. Aussage 2 von 6 · Richtig oder falsch?

    Hebt die Kammer nur Nummer 2 auf, geht sie hinter dem Antrag zurück und verstößt deshalb gegen § 88 VwGO.

  3. Aussage 3 von 6 · Richtig oder falsch?

    Der Tenor bezeichnet die aufgehobene Nummer mit Behörde und Datum des Bescheids — der Verweis auf „den angefochtenen Bescheid“ genügt nicht.

  4. Aussage 4 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die Auffangziffer darf hier entfallen, weil die Beschränkung der Ziffer I schon zeigt, dass der Rest nicht aufgehoben wird.

  5. Aussage 5 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die Rechtskraft des Urteils erfasst auch die Gründe, aus denen die Kammer Nummer 1 für rechtmäßig hält.

  6. Aussage 6 von 6 · Richtig oder falsch?

    Beim Beitragsbescheid wird nicht nummernweise, sondern mit der Wendung „soweit … mehr als … festgesetzt wird“ tenoriert.

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