Allzuständigkeit des Gemeinderats (Art. 30 GO)

Lehrstoff · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Die Gemeinde G hat 9 200 Einwohner. Beschließende Ausschüsse sind nicht gebildet; die Geschäftsordnung überträgt dem ersten Bürgermeister B keine weiteren Angelegenheiten. B ordnet an, dass die Gemeindebücherei samstags schließt, und kündigt zugleich den Vertrag mit ihrem Träger. Der Gemeinderat erfährt davon aus dem Mitteilungsblatt. Das Mitglied M rügt einen Verstoß gegen Art. 30 I GO.

  1. Aussage 1 von 6 · Richtig oder falsch?

    M zitiert die falsche Fundstelle: Die Allzuständigkeit des Gemeinderats steht in Art. 30 II GO, und Absatz 1 hat zwei Sätze, die beide etwas anderes regeln.

  2. Aussage 2 von 6 · Richtig oder falsch?

    Der Zitierfehler bleibt folgenlos, weil Absatz 1 und Absatz 2 dieselbe Aussage in zwei Fassungen enthalten.

  3. Aussage 3 von 6 · Richtig oder falsch?

    B gehört dem Gemeinderat nicht an; er führt nach Art. 36 S. 1 GO nur den Vorsitz und zählt deshalb bei der Sollstärke nicht mit.

  4. Aussage 4 von 6 · Richtig oder falsch?

    In G kann es überhaupt keine berufsmäßigen Gemeinderatsmitglieder geben — die Frage nach ihrer Stimmberechtigung stellt sich hier nicht.

  5. Aussage 5 von 6 · Richtig oder falsch?

    Dass der Gemeinderat die gesamte Gemeindeverwaltung überwacht, steht in Art. 30 III GO und ist mehr als ein Programmsatz.

  6. Aussage 6 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die Entscheidung des falschen Organs wird nach innen weder durch Zeitablauf noch durch rügeloses Verhalten noch durch eine Genehmigung wirksam.

Dieser Fall steht frei. Was ein Konto hinzufügt, ist der Rhythmus: Eine Aussage, die du nicht getroffen hast, holt dir ALEX nach der Vergessenskurve zurück — mit Sachverhalt und allen Aussagen, so wie er hier steht. Was danebenging, steht abends im Fehlerprotokoll, mit dem Beleg daneben. Kostenlos anmelden oder erst im Lehrstoff weiterlesen.

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