Skript

Einführung — So arbeitest du mit ALEX – Tutor

Überblick

ALEX – Tutor bringt Zivilrecht I für das zweite Staatsexamen zusammen: die zivilrechtliche Urteilsklausur. Das Gebiet ist ein Handwerk. Es umfasst den Weg vom Aktenauszug zur fertigen Entscheidung: die Ordnung des Stoffes nach Stationen, den Tenor, die Kosten, die vorläufige Vollstreckbarkeit, den Tatbestand und die Entscheidungsgründe, dazu die Frage, welche Urteilsart überhaupt zu fertigen ist. Der Stoff ist von null erklärt und durchgehend auf die Aufgaben zugeschnitten, die in der bayerischen Assessorklausur wirklich gestellt werden. Gearbeitet wird mit der ZPO und dem BGB, dazu mit dem GKG.

Am Ende dieser Aufgaben steht ein Text, den ein Richter unterschreiben könnte: mit Eingangsformel, Rubrum, Tenor, Tatbestand und Entscheidungsgründen. Der Weg dorthin besteht aus Fragen, die jedes Mal wiederkehren. In welcher Reihenfolge wird der Aktenauszug geordnet? Was gehört in den Tenor, in die Kosten und in die vorläufige Vollstreckbarkeit? Wann braucht das Urteil einen Tatbestand, und in welchen Zeitformen steht er? Wo wechseln die Gründe vom Urteilsstil in den Gutachtenstil? Und welche Urteilsart ist überhaupt zu fertigen?

Ausgewertet sind 43 vollständig beschriebene zivilrechtliche Aufgaben der bayerischen Zweiten Juristischen Staatsprüfung aus zehn Prüfungsterminen von 2020/I bis 2026/I. 25 davon verlangten ein Urteil, 12 einen Anwaltsschriftsatz und 6 ein Gutachten. Das Urteil ist damit das häufigste Erzeugnis, häufiger als Anwaltsschriftsätze und Gutachten zusammen.

Der Tatbestand ist die Minderheit, aber die aufwendige Form. Bei 23 der 25 Urteilsaufgaben ist ausgezählt, ob ein Tatbestand verlangt war: Neun verlangten einen vollständigen, vierzehn kamen ohne aus. Die neun verteilen sich auf neun der zehn Termine, in jedem also einer. Wer nur die Kurzform übt, steht in diesen Terminen ohne Übung da.

Der zweite Befund ist eine Reihe von Nullen. In den 43 Aufgaben war nie ein Beschluss, nie eine Relation und nie ein Aktenvermerk zu fertigen, und Teilurteil, Grundurteil und Vorbehaltsurteil kamen in keiner Aufgabe vor. Ein Null-Treffer sagt, wo Lernzeit gespart werden darf. Die Relation steht hier deshalb als Denkweg und nicht als Erzeugnis. Die Stationen werden gedacht. Wer sie in die Reinschrift übernimmt, liefert ein Gutachten dort, wo ein Urteil stehen soll. Das Teilurteil bleibt trotz der Null im Band: Es ist die Lage, in der keine Kostenentscheidung ergeht, und wer das nie geübt hat, schreibt sie hin, weil sie sonst immer dasteht.

Wer die Aufgaben vor und nach 2022/I zusammenrechnet, rechnet falsch. Bis 2021/II bestand der zivilrechtliche Teil aus fünf Aufgaben, seit 2022/I sind es vier. Auf die 20 Aufgaben der Termine 2020/I bis 2021/II entfallen elf Gerichts-, fünf Anwalts- und vier Gutachtenaufgaben, auf die 23 Aufgaben der Termine 2022/I bis 2026/I vierzehn, sieben und zwei. Der Anteil der Gerichtsaufgaben bleibt damit ungefähr gleich, vor wie nach der Zäsur.

Wofür es Punkte gibt, zeigt der Bewertungsbogen der Erstkorrektur zu 2024/II Nr. 1, den die Auswertung heranzieht. Er folgt dem Aufbau des Urteils: Tenor je Streitgegenstand und je Beklagtem, dann der Tatbestand, dann die Entscheidungsgründe in der Reihenfolge Einspruch, Zulässigkeit, Begründetheit je Anspruch, Nebenforderungen und Hilfsgutachten. Jeder Baustein ist eigens bepunktet, auch das Rubrum mit der Bezeichnung des Nebenintervenienten, der Einleitungssatz der Entscheidungsgründe, die Zug-um-Zug-Fassung des Tenors und die Anträge. Wer den Sachverhalt nicht durchdringt, kann den Tenor trotzdem richtig fassen.

Fast jeder Fehler in diesem Gebiet ist ein Zitierfehler, und er trifft einen Absatz, einen Satz oder eine Nummer. § 708 ZPO gliedert sich in elf Nummern und hat keine Absätze, auch § 709, § 711 und § 713 ZPO haben keine. „§ 708 Abs. 1 ZPO“ gibt es nicht. § 313a ZPO hat fünf Absätze, § 313b, § 302 und § 100 ZPO haben vier. Zitiert wird deshalb auf der Ebene, auf der der Fehler passiert: Absatz, Satz, Nummer, Buchstabe und Halbsatz.

Zwei Grenzen bestimmen, wie die Klausur aufgebaut wird. Das Amtsgericht ist nach § 23 Nr. 1 GVG für Ansprüche bis zu zehntausend Euro zuständig, und die Berufung ist nach § 511 Abs. 2 Nr. 1 ZPO nur zulässig, wenn der Wert des Beschwerdegegenstandes 1 000 Euro übersteigt oder sie zugelassen ist. Vor dem Landgericht besteht nach § 78 Abs. 1 ZPO Anwaltszwang, und im Anwaltsprozess entfällt nach § 232 Satz 2 ZPO die Rechtsbehelfsbelehrung, außer bei Einspruch und Widerspruch. Ob ein Tatbestand entfällt, entscheidet sich nach § 313a Abs. 1 Satz 1 ZPO an der Frage, ob ein Rechtsmittel unzweifelhaft nicht zulässig ist.

Vier Entscheidungen fallen, bevor die erste Zeile steht. Die erste ist die Urteilsart: Endurteil, Teilurteil, Grundurteil, Vorbehaltsurteil oder ein Urteil, das nach § 313b ZPO als Versäumnis-, Anerkenntnis- oder Verzichtsurteil zu bezeichnen ist. Die zweite betrifft den Tatbestand und die Frage, ob einer zu schreiben ist. Die dritte ist die Kostennorm, von der die Fassung des Ausspruchs abhängt: Quote, getrennter Ausspruch oder Baumbachsche Formel. Die vierte ist die Stelle, an der die Gründe vom Urteilsstil in den Gutachtenstil wechseln, und es gibt nur eine.

Acht Felder, 140 Einheiten:

  • Feld 1: Vom Aktenauszug zur Entscheidung — die Relation (24 Einheiten)
  • Feld 2: Der Tenor (26 Einheiten)
  • Feld 3: Die Kostenentscheidung (20 Einheiten)
  • Feld 4: Die vorläufige Vollstreckbarkeit (14 Einheiten)
  • Feld 5: Der Tatbestand (22 Einheiten)
  • Feld 6: Die Entscheidungsgründe (16 Einheiten)
  • Feld 7: Die Urteilsarten (12 Einheiten)
  • Feld 8: Rubrum, Nebenentscheidungen und was nach dem Urteil kommt (6 Einheiten)

Das größte Feld ist Feld 2 mit 26 Einheiten. Davor stehen zwei Landkarten: der Weg vom Aktenauszug zum Urteil und das Urteil von oben nach unten. Mit den Landkarten und den fünf Texten „worum es geht“ liegt der Lehrstoff, 147 Stück, im Modulteil.

Die Einheiten haben fünf Bauarten:

  • 32 Normsätze
  • 33 Schemata
  • 27 Weichen
  • 12 Streitfragen
  • 36 Muster

Die Muster sind der größte Baustein, die Streitfragen der kleinste. Jede der 140 Einheiten endet mit einem Quick-Check, und bei 50 davon trägt er eine eigene Bezeichnung: „Lückenstelle“, „drei Varianten“, „Fehlersuche“, „Ja oder Nein“, „Umbauaufgabe“, „Rechenaufgabe“ und „Zeitformenprobe“.

Die 36 Muster sind Textbausteine im Wortlaut, wie sie in der Klausur auf das Papier kommen, zum Beispiel der Zahlungstenor, der Satz „Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.“, der Zug-um-Zug-Tenor, der Annahmeverzugsausspruch, der Herausgabe- und Räumungstenor, der Feststellungstenor, die Kostenformeln zu § 91 und § 92 ZPO, die Baumbach-Fassung des Kostentenors, die sechs Mustertenöre der vorläufigen Vollstreckbarkeit, die Abwendungsbefugnis für beide Seiten, der Einleitungssatz des Tatbestands, die Globalverweisung, die Antragsformel, der Einleitungssatz der Entscheidungsgründe in vier Varianten, die Beweiswürdigung, das Teil- und Grundurteil und der Kopf des Urteils. Sie stehen als Zitat im Text und sind zum Abdecken und Aufschreiben gedacht.

Dazu 45 Fälle, jeder in allen drei Stufen, zusammen 135 Mikrofälle. Der Grundfall ist der klare Fall, die Variante dreht eine Tatsache und zeigt, an welchem Merkmal es wirklich hing, und der Streitfall behandelt das Problem, das in der Klausur den Schwerpunkt bildet.

Für die tägliche Wiederholung liegen 520 Karten bereit, in der Jura Eule 80 Fälle, zehn je Feld, zusammen 488 Aussagen.

Dazu kommen vier vollständige Klausuren im Examensformat, je fünf Stunden. Jede verlangt ein Urteil, und jede setzt einen eigenen Schwerpunkt. Die erste verlangt das Endurteil des Landgerichts mit vollständigem Tatbestand und den Streitwertbeschluss. Bei der zweiten gehört zur Aufgabe, welche Bestandteile das Endurteil des Amtsgerichts haben muss, bei der dritten, welche Art von Entscheidung überhaupt ergeht. Die vierte verlangt ein Endurteil gegen mehrere Beklagte mit einer Kostenentscheidung, die ohne weitere Rechnung ausführbar ist und die Kosten der Nebenintervention einschließt.

Quer über Wissen und Mikrofälle liegt die Examenstreffer-Schicht: An 90 Stellen, 48 Modulen und 42 Mikrofällen, steht, in wie vielen der ausgewerteten bayerischen Aufgaben der Teil des Urteils zu schreiben war, den die Einheit behandelt: der Tenor in 25 von 43 Aufgaben, der Tatbestand in 9 von 23 Aufgaben mit Urteil. Wo sich eine Quote an den Terminen nicht nachrechnen lässt, steht kein Siegel.

Wenn du dich lieber führen lassen willst: Alex Coaching

Oben im Menü steht Alex Coaching. Dort führt ALEX dich Feld für Feld, Lektion für Lektion durch den Stoff. Erklärung, Aufgabe und Fall greifen ineinander: Du liest, beantwortest Aufgaben und beurteilst einen Sachverhalt; was du nicht brauchst, überspringst du. Wenn eine Antwort noch nicht sitzt, sagt ALEX dir, woran es liegt, und du versuchst es noch einmal, ohne dass es dich etwas kostet.

Es ist derselbe Lehrstoff wie hier, nur anders serviert.

Wenn du selbst zusammenstellen willst

Der Stoff dieses Bandes liegt unter Trainieren: Wissens-Module, Mikrofälle, Jura Eule und die Examensklausuren. Richte einmal den Lernplan ein — Termin, Umfang, Rechtsgebiete. Danach steht unter Heute dran, was heute ansteht: fällige Wiederholungen und neuer Stoff in einer Liste, ohne dass du wählen musst. Das ist die Frage, an der die meisten Lerntage verloren gehen.

Was es außerdem gibt

Der Klausurencoach führt dieselben vier Klausuren Station für Station — du schreibst eine Station, bekommst eine Rückmeldung dazu und siehst danach, wie dieser Abschnitt in der Musterlösung aussieht. In der Klausurkorrektur reichst du eine eigene Arbeit ein: Ein Prädikatsjurist mit über 13 Punkten im Staatsexamen liest sie und antwortet in null bis drei Tagen, die KI-Fassung kommt sofort. Deine eigenen Karten und Notizen liegen in der Kartei und laufen im selben Rhythmus mit. In der Arena trittst du auf demselben Bestand gegen einen anderen an, nur unter Zeit und mit einem Gegenüber. Der Tutor beantwortet Fragen und nennt darunter, worauf er sich stützt; findet er nichts, sagt er das. Und unter Aktuelle Rspr steht die examensrelevanteste Entscheidung der Woche — knapp erklärt und mit dem Satz, wo sie abgeprüft wird.

Die vier Klausuren nennen ihre Daten in der Akte selbst.