Skript

Einführung — So arbeitest du mit ALEX – Tutor

Überblick

ALEX – Tutor bringt Band V des Strafrechts für das zweite Staatsexamen zusammen: Rechtsmittel — von null erklärt und doch auf Prädikatsniveau.

Am Ende jeder Hauptverhandlung steht eine Entscheidung, die aufgeschrieben werden muss. An ihr zeigt sich das Handwerk am unmittelbarsten, weil im Urteil jeder Fehler sichtbar wird, den man vorher gemacht hat. Und sie ist fast nie einfach: In 19 der 36 dokumentierten Termine war ein Urteil oder ein Plädoyer zu fertigen, und der Ausgang war fast immer gemischt — verurteilt und zugleich teilweise freigesprochen, oft dazu eingestellt. Ein Urteil, das nur verurteilt, ist im zweiten Examen die Ausnahme.

Drei Erledigungen folgen dabei verschiedenen Regeln, und sie werden regelmäßig verwechselt. Freigesprochen wird, wenn die Tat nicht erwiesen oder nicht strafbar ist — eine Sachentscheidung. Eingestellt nach § 260 III StPO wird, wenn ein Verfahrenshindernis besteht — eine Prozessentscheidung, und sie geht dem Freispruch vor. Die Teileinstellung nach §§ 154, 154a StPO ergeht dagegen nicht im Urteil, sondern durch Beschluss und erscheint im Tenor gerade nicht. Wer eine Tat einstellt, die freizusprechen wäre, verliert mehr als Punkte: Er stellt die Struktur der ganzen Arbeit falsch.

Der Zuschnitt ist eng gezogen: das Urteil von der Formel bis zur Beweiswürdigung, die urteilsbegleitenden Beschlüsse und das Plädoyer beider Seiten. Der Ablauf der Verhandlung selbst hat seinen eigenen Ort, ebenso das Ermittlungsverfahren und die Anklage — und was gegen ein fertiges Urteil vorgebracht wird, gehört nicht hierher.

Der Band in acht Feldern

Feld 1 Zulässigkeit der Revision · Feld 2 Verfahrenshindernisse von Amts wegen · Feld 3 Die Verfahrensrüge · Feld 4 Die absoluten Revisionsgründe · Feld 5 Die relativen Revisionsgründe · Feld 6 Die Sachrüge · Feld 7 Die Entscheidung des Revisionsgerichts · Feld 8 Berufung und Beschwerde.

Dahinter stehen Die Aufbauraster: neun Prüfungsreihenfolgen, vom Urteil als Ganzem bis zum Plädoyer beider Seiten. Sie stehen am Ende des Wissensteils und nicht an seinem Anfang — ein Raster ist kein Stoff, sondern der Aufbau, und den brauchst du erst, wenn du weißt, was hineingehört. Die Bände I bis IV sind eigenständige Werke und werden getrennt gelernt.

Wenn du dich lieber führen lassen willst: Alex Coaching

Oben im Menü steht Alex Coaching. Dort führt ALEX dich Feld für Feld, Lektion für Lektion durch den Stoff. Erklärung, Aufgabe und Fall greifen ineinander: Du liest, beantwortest Aufgaben und beurteilst einen Sachverhalt; was du nicht brauchst, überspringst du. Du musst nichts aussuchen und nichts einrichten: Du klickst auf „Los geht's“ und arbeitest, bis du aufhören willst. Wenn eine Antwort noch nicht sitzt, sagt ALEX dir, woran es liegt; du kannst es noch einmal versuchen, ohne dass es dich etwas kostet.

Es ist derselbe Lehrstoff wie unten, nur anders serviert. Alles Folgende beschreibt, wie du ihn dir selbst zusammenstellst.

Der empfohlene Weg durch die App

  1. Einführung & Lernpfad — hier. Lies die Landkarte einmal ganz durch. Du musst noch nichts können; du sollst nur wissen, an welcher Station du später stehst. Rechne mit einer halben Stunde.
  2. Lernplan — einmal einrichten: Termin, Umfang, Rechtsgebiete. Danach steht unter Heute dran, was heute ansteht. Der Plan nimmt dir die Frage ab, womit du anfängst; an dieser Frage gehen die meisten Lerntage verloren.
  3. Module — der Lehrstoff, 167 Stück: 144 Einheiten in acht Feldern und die neun Aufbauraster dahinter. Jede Einheit enthält genau einen Gedanken — die Erklärung Schritt für Schritt, ein Merksatz mit der Falle, die dazugehört, und ein Quick-Check zum Schluss. Beantworte den Quick-Check, bevor du die Antwort liest. Und wo eine Tenorformel steht, deck sie ab und schreib sie aus dem Kopf auf: Ein Tenor, den man nicht wörtlich kann, wird in der Klausur nicht besser.
  4. Mikrofälle — direkt nach jedem Modul. 141 Stück in drei Stufen: Grundfall, Variante mit Zusatzproblem, Streitfall an der Grenze; 47 Themen, jedes in allen drei Stufen. Deine Bearbeitung wird mit der Musterlösung abgeglichen. Wo ein Thema in einen Tenor, einen Beschluss oder einen Antrag mündet, steht der fertige Text da und nicht seine Beschreibung.
  5. Jura Eule — ein Fall, Aussage für Aussage: Du beurteilst jede Behauptung als richtig oder falsch und bekommst sofort die Begründung mit der Norm dazu. 80 Fälle, zehn je Feld, zusammen 489 Aussagen. Gut für die Tage, an denen ein ganzes Modul zu viel ist, und gut zum Wiederholen.
  6. Examensklausuren — acht vollständige Aufgaben im Format des zweiten Examens, je fünf Stunden: einer Urteile — mit Teilfreispruch und Einstellung, bei Aussage gegen Aussage, gegen drei Angeklagte mit drei Ergebnissen, beim Indizienbeweis einer Serie, mit Rechtsfolgenschwerpunkt und nach einer Verständigung — und sieben Plädoyers, eines der Staatsanwaltschaft und eines der Verteidigung. Alle mit ausformulierter Lösung und Korrekturhinweisen samt Punktbereichen. Du schreibst im Editor, die Tiefenkorrektur nennt Stärken, Schwächen und Notentendenz.
  7. Klausurencoach — dieselben Klausuren Station für Station geführt: Du schreibst eine Station, bekommst eine Rückmeldung dazu und siehst danach, wie dieser Abschnitt in der Musterlösung aussieht. Für diesen Band sind die Klausuren noch nicht zerlegt; bis dahin schreibst du sie am Stück.

Drei Dinge, die den Unterschied machen

Zähl zuerst die Erledigungen

Bevor die erste Zeile steht: Wie viele selbständige Taten sind angeklagt, und wie endet jede? Verurteilung, Freispruch, Einstellung durch Urteil, Einstellung durch Beschluss — jede Tat bekommt genau eine Antwort, und jede Antwort hat ihre eigene Form. Wer das am Anfang notiert, baut den Tenor in zehn Minuten.

Schreib die Feststellungen im Indikativ

„Der Angeklagte schlug“ — nicht „der Zeuge bekundete, der Angeklagte habe geschlagen“. Feststellungen sind das, was das Gericht für erwiesen hält, kein Bericht über Aussagen. Wer das verwechselt, produziert einen Darstellungsmangel, der die Sachrüge trägt.

Trenn Tenor und Beschluss

Die Aussetzung zur Bewährung steht im Urteil, die Bewährungszeit und die Auflagen im Beschluss nach § 268a StPO. Die Teileinstellung steht im Beschluss, nicht im Tenor. Dieselbe Grenze verläuft an mehreren Stellen dieses Gebiets — wer sie einmal verstanden hat, macht den Fehler nirgends mehr.

Was nebenher mitläuft

Die Algorithmische Optimierung nimmt dir die Auswahl ab: Statt einer festen Reihenfolge rechnet die Anwendung nach jeder Antwort neu, wo du stehst. Was zuletzt danebenging, kommt wieder — aber erst nach ein paar Tagen, als Wiederholung und nicht als Nachsitzen. Jede Aufgabe nennt den Grund, aus dem sie erscheint.

Karteikarten und Wiederholung arbeiten mit einem Wiederholungsalgorithmus: Jede Karte und jeder Fall kommt genau dann wieder, wenn du sie zu vergessen drohst. 570 Karten liegen bereit, geschnitten für die tägliche Wiederholung; unter Heute dran steht, was fällig ist — such dir nichts selbst zusammen.

In der Arena trittst du gegen andere Lernende an — Quizduell, das Duell Aussage für Aussage, Sudden Death — und in der Lerngruppe teilt ihr euch ein gemeinsames Wochenziel. Dieselben Aufgaben wie beim Lernen, nur unter Zeitdruck und mit einem Gegenüber. Wartet gerade niemand, tritt eine aufgezeichnete Runde an.

Der Tutor beantwortet Fragen und nennt dir darunter, worauf er sich stützt. Findet er nichts, sagt er das — er rät nicht. Das ist der Unterschied zu einem allgemeinen Chatbot. Den Wortlaut der Vorschriften hat er zur Hand: StPO, StGB, StrEG, BZRG und GVG stehen mit ihrer amtlichen Fassung im Haus.

Unter Klausurkorrektur kannst du deine eigene Klausur einreichen — handschriftlich abfotografiert oder getippt. Die Tiefenkorrektur prüft sie sofort nach demselben Bogen wie die Examensklausuren hier; wer eine menschliche Korrektur möchte, findet auf der Seite, wer sie schreibt und wie lange es dauert. Aus dem Korrekturbogen entsteht anschließend ein Fehlertraining, das genau die Vorschriften übt, an denen es gehakt hat.

Examenstreffer

Fünfzehn Kernprobleme sind quer über den Band markiert — an fünfzehn Wissenseinheiten und an den 45 Mikrofällen ihrer Themen. Daneben steht, in wie vielen der 36 dokumentierten Termine das Problem tatsächlich über die Lösung entschieden hat. Die drei häufigsten: Der vollständige Tatsachenvortrag, § 344 II 2 StPO in dreizehn · Das Beweisantragsrecht, § 244 III 3 StPO in elf · Die Beweiskraft des Protokolls, § 274 StPO in zehn. Drei der fünfzehn liegen in Feld 3. Wenn du wenig Zeit hast, arbeitest du diese Stellen zuerst durch.

Rechtsstand

Das Prinzip ist zeitlos gelehrt; tragend sind StPO und StGB. Die Fälle und Klausuren nennen ihre Daten im Sachverhalt selbst. Wandernde Werte — Fristen, Beträge, Wertgrenzen — prüfst du vor der eigenen Bearbeitung am geltenden Gesetzestext nach; der Tutor gibt ihn dir wörtlich aus. Einziges Hilfsmittel in der Klausur ist der Gesetzestext.

Ein Rat zum Schluss

Arbeite feldweise, nicht teilweise. Nimm dir ein Feld vor — etwa die Teilentscheidungen — und geh es in drei Durchgängen an: erst die Einheiten der Reihe nach, dann die Mikrofälle desselben Feldes, und erst wenn zwei oder drei Felder sitzen, eine ganze Klausur unter Zeit. Bei den Mikrofällen schließt du die Seite und schreibst die Antwort so auf, wie sie im Urteil stünde: als Ziffer, nicht als Aufsatz. Dann vergleichst du nicht nur das Ergebnis, sondern den Wortlaut.

Aktuelle Rspr steht oben neben den Rechtsgebieten. Dort liegt das examensrelevanteste Urteil der Woche: knapp erklärt und mit einem Satz dazu, warum es im Examen etwas bringt und wo es abgeprüft werden kann. Es gehört zu keinem einzelnen Rechtsgebiet — deshalb steht es über allen.