Einführung — So arbeitest du mit ALEX – Tutor
Überblick
ALEX – Tutor bringt Band III des Strafrechts für das zweite Staatsexamen zusammen: die Hauptverhandlung — von null erklärt und doch auf Prädikatsniveau.
Dieses Gebiet verhält sich anders als die übrigen. Es gibt kaum eine Aufgabe, die „Hauptverhandlung“ heißt — und trotzdem war in 24 der 36 dokumentierten Termine ein Verfahrensfehler der Hauptverhandlung zu prüfen. Er stand nur nie allein: in einer Revision, in einem Urteil, in einem Plädoyer. Du lernst hier also für den Teil jeder anderen Klausur, in dem es um den Ablauf der Verhandlung geht — eine Verfahrensrüge lässt sich nicht aufbauen, wenn man die Vorschrift, gegen die verstoßen wurde, erst im Rechtsmittelgebiet kennenlernt.
Der Zuschnitt ist eng gezogen: das Verfahren ab der Eröffnung bis zur Verkündung des Urteils. Was davor liegt — Anklageschrift, Abschlussverfügung, die Entscheidung im Zwischenverfahren —, hat seinen eigenen Ort, und was danach kommt, die Abfassung des Urteils und die Rechtsmittel, ebenfalls.
Der Band in acht Feldern
Feld 1 Von der Eröffnung zur Verhandlung · Feld 2 Das Gerüst der Hauptverhandlung · Feld 3 Beweisaufnahme: Grundlagen und Personalbeweis · Feld 4 Urkunden und Augenschein · Feld 5 Das Beweisantragsrecht · Feld 6 Hinweise und Verfahrensreaktionen · Feld 7 Verständigung · Feld 8 Gerichtspersonen, Protokoll, Abschluss.
Davor steht Feld 0 mit den acht Aufbaurastern des Bandes, die die Prüfungsreihenfolge zeigen. Band I („Strafrecht I — Ermittlungsverfahren und Zwangsmaßnahmen“) und Band II („Strafrecht II — Anklage und Verfahrensabschluss“) sind eigenständige Werke und werden getrennt gelernt.
Wenn du dich lieber führen lassen willst: Alex Coaching
Oben im Menü steht Alex Coaching. Dort führt ALEX dich Feld für Feld, Lektion für Lektion durch den Stoff. Erklärung, Aufgabe und Fall greifen ineinander: Du liest, beantwortest Fragen und beurteilst einen Sachverhalt; was du nicht brauchst, überspringst du. Du musst nichts aussuchen und nichts einrichten: Du klickst auf „Los geht's“ und arbeitest, bis du aufhören willst. Wenn eine Antwort noch nicht sitzt, sagt ALEX dir, woran es liegt; dann versuchst du es noch einmal, ohne dass es dich etwas kostet.
Es ist derselbe Lehrstoff wie unten, nur anders serviert. Alles Folgende beschreibt, wie du ihn dir selbst zusammenstellst.
Der empfohlene Weg durch die App
- Einführung & Lernpfad — hier. Lies die Landkarte einmal ganz durch. Du musst noch nichts können; du sollst nur wissen, an welcher Station du später stehst. Rechne mit einer halben Stunde.
- Lernplan — einmal einrichten: Termin, Umfang, Rechtsgebiete. Danach steht unter Heute dran, was heute ansteht. Der Plan nimmt dir die Frage ab, womit du anfängst; an ihr gehen die meisten Lerntage verloren.
- Module — der Lehrstoff, 152 Stück: 144 Einheiten in acht Feldern und die acht Aufbauraster aus Feld 0. Jede Einheit enthält genau einen Gedanken — die Erklärung Schritt für Schritt, ein Merksatz mit der Falle, die dazugehört, und ein Quick-Check zum Schluss. Beantworte den Quick-Check, bevor du die Antwort liest, und schlag bei jeder Norm nach, ob du Absatz, Satz und Nummer aus dem Kopf nennen kannst.
- Mikrofälle — direkt nach jedem Modul. 141 Stück in drei Stufen: Grundfall, Variante mit Zusatzproblem, Streitfall an der Grenze; 47 Themen, jedes in allen drei Stufen. Deine Bearbeitung wird mit der Musterlösung abgeglichen. Wo ein Thema in einen Beschluss mündet, steht der fertige Text da und nicht seine Beschreibung.
- Jura Eule — ein Fall, Aussage für Aussage: Du beurteilst jede Behauptung als richtig oder falsch und bekommst sofort die Begründung mit der Norm dazu. 81 Fälle, zehn je Feld, zusammen 507 Aussagen. Gut für die Tage, an denen ein ganzes Modul zu viel ist, und gut zum Wiederholen.
- Examensklausuren — zwei vollständige Aufgaben im Format des zweiten Examens, je fünf Stunden: eine richterliche über sechs Beweisanträge und eine anwaltliche, in der du als Verteidiger schreibst. Beide mit ausformulierter Lösung und Korrekturhinweisen samt Punktbereichen. Du schreibst im Editor, die Tiefenkorrektur nennt Stärken, Schwächen und Notentendenz.
- Klausurencoach — dieselben Klausuren Station für Station geführt. Beide Klausuren sind zerlegt, je 46 Stationen. Du schreibst eine Station, bekommst eine Rückmeldung dazu und siehst danach, wie dieser Abschnitt in der Musterlösung aussieht.
Drei Dinge, die den Unterschied machen
Lies den Satz, nicht den Paragraphen
In diesem Gebiet trägt fast nie die Vorschrift als Ganzes, sondern ein bestimmter Satz. § 244 III 1 StPO ist die Legaldefinition, Satz 2 die Unzulässigkeit, Satz 3 der Katalog der Ablehnungsgründe. Wer „§ 244 III StPO“ schreibt, hat nichts gesagt.
Schreib den Beschluss, nicht das Gutachten
Die Aufgabe verlangt eine Entscheidung, die verkündet werden kann. Ein Ablehnungsbeschluss braucht einen Tenor, der den Antrag bezeichnet, und Gründe, die aus sich heraus verständlich sind und im Urteil nicht konterkariert werden dürfen. Lies deinen Beschluss ein zweites Mal mit den Augen des Revisionsgerichts.
Denk an das Protokoll
Jede Förmlichkeit, die nicht protokolliert ist, gilt als nicht geschehen; jede protokollierte gilt als geschehen. Die Beweiskraft des § 274 S. 1 StPO wirkt in beide Richtungen, und der Gegenbeweis ist auf die Fälschung beschränkt. Das ist die stille Voraussetzung fast jeder Verfahrensrüge.
Was nebenher mitläuft
Die Algorithmische Optimierung nimmt dir die Auswahl ab: Statt einer festen Reihenfolge rechnet die Anwendung nach jeder Antwort neu, wo du stehst. Was zuletzt danebenging, kommt wieder — aber erst nach ein paar Tagen, als Wiederholung und nicht als Nachsitzen. Jede Aufgabe nennt den Grund, aus dem sie erscheint.
Karteikarten und Wiederholung arbeiten mit einem Wiederholungsalgorithmus: Jede Karte und jeder Fall kommt genau dann wieder, wenn du sie zu vergessen drohst. 570 Karten liegen bereit, geschnitten für die tägliche Wiederholung; unter Heute dran steht, was fällig ist — such dir nichts selbst zusammen.
In der Arena trittst du gegen andere Lernende an — Quizduell, das Duell Aussage für Aussage, Sudden Death — und in der Lerngruppe teilt ihr euch ein gemeinsames Wochenziel. Dieselben Aufgaben wie beim Lernen, nur unter Zeitdruck und mit einem Gegenüber. Wartet gerade niemand, tritt eine aufgezeichnete Runde an.
Der Tutor beantwortet Fragen und nennt dir darunter, worauf er sich stützt. Findet er nichts, sagt er das — er rät nicht. Das ist der Unterschied zu einem allgemeinen Chatbot. Den Wortlaut der Vorschriften hat er zur Hand: StPO und GVG stehen mit ihrer amtlichen Fassung im Haus. Dazu die 152 Auszüge aus diesem Band: Er nennt dir die Einheit, aus der er zitiert.
Unter Klausurkorrektur kannst du deine eigene Klausur einreichen — handschriftlich abfotografiert oder getippt. Die Tiefenkorrektur prüft sie sofort nach demselben Bogen wie die Examensklausuren hier; wer eine menschliche Korrektur möchte, findet auf der Seite, wer sie schreibt und wie lange es dauert. Aus dem Korrekturbogen entsteht anschließend ein Fehlertraining, das genau die Vorschriften übt, an denen es gehakt hat.
Examenstreffer
Fünfzehn Kernprobleme sind quer über den Band markiert — an der tragenden Wissenseinheit und am einschlägigen Mikrofall-Thema. Daneben steht, in wie vielen der 36 dokumentierten Termine das Problem tatsächlich über die Lösung entschieden hat: die Ablehnung eines Beweisantrags in elf, § 252 StPO und der Hinweis nach § 265 StPO in je neun. Wenn du wenig Zeit hast, arbeitest du diese Stellen zuerst durch.
Rechtsstand
Das Prinzip ist zeitlos gelehrt; tragend sind StPO und GVG. Die Fälle und Klausuren nennen ihre Daten im Sachverhalt selbst. Wandernde Werte — Fristen, Wertgrenzen — prüfst du vor der eigenen Bearbeitung am geltenden Gesetzestext nach. Einziges Hilfsmittel in der Klausur ist der Gesetzestext.
Ein Rat zum Schluss
Arbeite feldweise, nicht teilweise. Nimm dir ein Feld vor — etwa das Beweisantragsrecht — und geh es in drei Durchgängen an: erst die Einheiten der Reihe nach, dann die Mikrofälle desselben Feldes, und erst wenn zwei oder drei Felder sitzen, eine ganze Klausur unter Zeit. Bei den Mikrofällen schließt du die Seite und schreibst die Antwort so auf, wie sie in den Beschluss käme: als Tenor mit Gründen. Dann vergleichst du nicht nur das Ergebnis, sondern den Wortlaut.
Aktuelle Rspr steht oben neben den Rechtsgebieten. Dort liegt das examensrelevanteste Urteil der Woche: knapp erklärt und mit einem Satz dazu, warum es im Examen etwas bringt und wo es abgeprüft werden kann. Es gehört zu keinem einzelnen Rechtsgebiet — deshalb steht es über allen.