Erbrecht · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 5 Aussagen zu beurteilen
Die verstorbene Roswitha hat kurz vor ihrem Tod dem Kirchbauverein eine große Geldsumme gespendet und ihren enterbten Sohn Fabian mit einem geringen Nachlass zurückgelassen. Die Spende betrug 300.000 EUR, der beim Tod vorhandene Nachlass beläuft sich auf 30.000 EUR; Roswitha hinterlässt als Abkömmlinge allein ihre drei Kinder Fabian, Dolores und Emil, die Letzteren zu je 1/2 als Erben. Nun fordert Fabian von den beiden als Erben eingesetzten Geschwistern Dolores und Emil seinen ordentlichen Pflichtteil sowie eine Ergänzung wegen der Schenkung.
Fabian hat als enterbtes Kind einen Anspruch auf den ordentlichen Pflichtteil gegen Dolores und Emil.
Dolores und Emil können die Auszahlung des ordentlichen Pflichtteils verweigern, weil sie selbst pflichtteilsberechtigt sind.
Bei der Berechnung der Pflichtteilsergänzung für die Schenkung an den Kirchbauverein wird die verstrichene Zeit seit der Schenkung berücksichtigt.
Dolores und Emil können die geforderte Pflichtteilsergänzung vollständig verweigern, da ihr eigener geschützter Pflichtteilsbereich ansonsten unterschritten würde.
Weil die Erben die Ergänzung berechtigt verweigern, geht Fabian leer aus und kann von der Beschenkten keinen Ausgleich mehr verlangen.
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