Beurkundung des rechtlichen Hinweises (§ 274 StPO)

Strafrecht III · Hauptverhandlung · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Vor dem Schöffengericht steht A wegen Diebstahls eines Fahrrads. Am fünften Verhandlungstag weist R auf eine mögliche Verurteilung wegen Unterschlagung hin; das Protokoll vermerkt dazu allein: „Sodann wurde ein rechtlicher Hinweis erteilt.“ Nach dem letzten Wort hält das Gericht zusätzlich einen besonders schweren Fall für möglich. Die Revision rügt, ein Hinweis auf § 246 I StGB sei nie erteilt worden.

  1. Aussage 1 von 6 · Richtig oder falsch?

    Der Hinweis nach § 265 StPO ist eine wesentliche Förmlichkeit, und beurkundungspflichtig ist auch sein Inhalt.

  2. Aussage 2 von 6 · Richtig oder falsch?

    Der Eintrag genügt, weil er die Erteilung belegt; welchen Inhalt der Hinweis hatte, ergibt sich aus den Urteilsgründen.

  3. Aussage 3 von 6 · Richtig oder falsch?

    Der Eintrag, der trägt, nennt Norm und Tatsache und hält zugleich die Reaktion der Verteidigung fest.

  4. Aussage 4 von 6 · Richtig oder falsch?

    Nachholen lässt sich das nur durch eine Protokollberichtigung; ein Freibeweis über den wirklichen Ablauf findet nicht statt.

  5. Aussage 5 von 6 · Richtig oder falsch?

    Den zweiten Hinweis kann das Gericht nach dem letzten Wort nicht mehr nachschieben, ohne Schlussvorträge und letztes Wort zu wiederholen.

  6. Aussage 6 von 6 · Richtig oder falsch?

    Weil der Hinweis tatsächlich erteilt wurde und A ihn gehört hat, scheitert die Revision jedenfalls am Beruhen.

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