Berücksichtigung neuer Tatsachen im Beschwerdeverfahren (§ 309 StPO)

Strafrecht VI · Rechtsmittel · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen

Der Sachverhalt

Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht hat gegen A einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen. V legt Beschwerde ein und legt erstmals einen unbefristeten Arbeitsvertrag und den Mietvertrag der Wohnung vor. Die Strafkammer des Landgerichts verwirft die Beschwerde am Dienstag, dem 3. November 2026, ohne V die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft mitzuteilen und ohne die neuen Unterlagen zu erwähnen.

  1. Aussage 1 von 6 · Richtig oder falsch?

    Über die Beschwerde hat das richtige Gericht entschieden, und die Schöffen wirken an dieser Entscheidung nicht mit.

  2. Aussage 2 von 6 · Richtig oder falsch?

    Über die Haftbeschwerde wird anders als über sonstige Beschwerden stets nach mündlicher Verhandlung entschieden.

  3. Aussage 3 von 6 · Richtig oder falsch?

    Die erstmals vorgelegten Verträge musste die Kammer berücksichtigen, und das folgt aus der Vorschrift über den Inhalt ihrer Entscheidung.

  4. Aussage 4 von 6 · Richtig oder falsch?

    Gegen den Beschluss der Strafkammer ist hier ausnahmsweise noch ein weiteres Rechtsmittel eröffnet.

  5. Aussage 5 von 6 · Richtig oder falsch?

    Weil V die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft nicht erhalten hat, ist § 308 I 1 StPO verletzt.

  6. Aussage 6 von 6 · Richtig oder falsch?

    Hätte die Kammer der Beschwerde ohne Anhörung der Staatsanwaltschaft stattgegeben, bliebe es dabei — nachträgliches Gehör kennt das Beschwerderecht nicht.

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