Strafrecht VI · Rechtsmittel · Übungsfall aus ALEX – Tutor · 6 Aussagen zu beurteilen
Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht hat gegen A einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen. V legt Beschwerde ein und legt erstmals einen unbefristeten Arbeitsvertrag und den Mietvertrag der Wohnung vor. Die Strafkammer des Landgerichts verwirft die Beschwerde am Dienstag, dem 3. November 2026, ohne V die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft mitzuteilen und ohne die neuen Unterlagen zu erwähnen.
Über die Beschwerde hat das richtige Gericht entschieden, und die Schöffen wirken an dieser Entscheidung nicht mit.
Über die Haftbeschwerde wird anders als über sonstige Beschwerden stets nach mündlicher Verhandlung entschieden.
Die erstmals vorgelegten Verträge musste die Kammer berücksichtigen, und das folgt aus der Vorschrift über den Inhalt ihrer Entscheidung.
Gegen den Beschluss der Strafkammer ist hier ausnahmsweise noch ein weiteres Rechtsmittel eröffnet.
Weil V die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft nicht erhalten hat, ist § 308 I 1 StPO verletzt.
Hätte die Kammer der Beschwerde ohne Anhörung der Staatsanwaltschaft stattgegeben, bliebe es dabei — nachträgliches Gehör kennt das Beschwerderecht nicht.
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